Restaurantkritik - Die Osteria - S52 Seaside

Ein Sylter Geheimtipp!


Es hat uns wieder auf die wunderbare Insel Sylt verschlagen und für euch heißt das, ich habe wieder eine Restaurant-Kritik für euch mitgebracht. Diesmal war es ein ganz spontaner Besuch. Auf Grund des Baulärms in unserer Ferienwohnung wurden wir zum Essen eingeladen. Geplant war ein spontaner Besuch in der Sansibar. Wenn jedoch schon um 11.30 der Parkplatz rappel voll ist, dann lässt man es bleiben. Schnell musste eine Alternative her und Google spuckte "Die Osteria - S52 Seaside" aus.


ADRESSE
Die Osteria - S52 Seaside
Süderstraße 68
25980 Sylt

ÖFFNUNGSZEITEN
Montag - Sonntags 12.00-1.00
(Stand Juni 2017)


DAS RESTAURANT
Das Restaurant liegt recht versteckt und wenn man nicht zufällig das Schild entdeckt, würde man glatt daran vorbeifahren. Das liegt auch daran, dass die Hausnummer im Navi nicht gefunden wurde, denn das Restaurant liegt versteckt auf einem Campingplatz. Erst wenn man auf den riesigen Parkplatz fährt, sieht man die Lokalität. Von außen ist es in meinen Augen wie ein normales Strandlokal auf Sylt, und doch irgendwie unscheinbar. Über eine Treppe mit ungefähr 8 Stufen kommt man ins Restaurant. Und dieser Anblick überrascht. Sobald man eintritt, gibt es etwas zu gucken. Die Decke ist voller Sterne, es gibt alte Flaschen als Deko, Strandkörbe an den Tischen und sogar Sand am Boden. Der Ausblick aus den Fenstern ist zwar kein Highlight, denn man sieht weder Bäume noch Strand, sondern den Camping-Platz, aber das ist irgendwie egal. 

RESERVIERUNG
Eine Reservierung war gegen Mittag nicht nötig. Da jedoch auch zu dieser Zeit einige Tische Reservierungen aufwiesen, kann ich es zum Abend in der Hauptsaison ans Herz legen. 



GÄSTE
Das Publikum war gemischt und besteht aus einem buntgemischten Camping-Volk. Gegen Mittag bestand es neben unserer Familie jedoch eher aus kleineren Gruppen von 2-4 Personen zwischen 30-50. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass das Restaurant als extrem Kinderfreundlich geführt wird und das nicht grundlos.

PREISE
Die Preise sind im normalen Durchschnitt für Sylt. Wir haben für ein Steak, ein Tagesgericht, zwei Vorspeisen, eine Pizza, sowie vier Getränke ca. 80€ bezahlt.

DER SERVICE
Der Service ist zuvorkommend, freundlich und sympathisch. Und sehr kinderfreundlich. Der Service ist aufmerksam, zu Späßen aufgelegt, total nett und er vermittelt einen lockeren Eindruck. Das liegt nicht nur an der Kleidung, die so komplett abseits vom schnieken schwarz-weiß ist, dass man eher das Gefühl hat in einer richtigen Strandbar zu sein. Vor allen Dingen liegt es an den Sprüchen. Und sogar das "Dicker", was ich während meiner Schulzeit immer so prollig fand, passte hier hinein. 

TOILETTEN
Die Toiletten sind sauber und gepflegt. 

SPEISEN UND GETRÄNKE
Normalerweise informiere ich mich vorab über Restaurants, aber diesmal war es ganz spontan. Ich habe nach "Kinder-Restaurants Sylt" bei Google gesucht und dieses wurde mir angezeigt. Über 100 Bewertungen sprachen für das Lokal. 



Nachdem wir uns spontan einen Tisch ausgesucht hatten, bekamen wir auch gleich eine Speisekarte und wurden nach unserem Getränke-Wunsch gefragt. Die Karte selbst ist übersichtlich gestaltet. Es gibt eine Tageskarte zum Mittag und eine Hauptkarte. Nachdem ich die eingelegte Karte gesehen hatte, dachte ich schon an einen kleinen Imbiss, aber die Hauptkarte besticht durch anspruchsvollere Gerichte. 



Mein Mann hat sich für die Kartoffelsuppe mit Würstchen, sowie ein Wienerschnitzel mit Rahm-Champignons entschieden. Die Kinder teilten sich eine klassische Pizza-Salami. Und ich habe mich für Bruschetta und ein Steak entschieden. 



Nach einer Wartezeit von ungefähr 5 Minuten wurden die Getränke an den Tisch gebracht. Unsere Spezi wurde in Rotwein-Gläsern serviert und hat mir ein dickes Ausrufezeichen ins Gesicht gezaubert. Ehrlich gesagt, fühlt sich dies viel edler an, als ein klassisches Cola-Glas. Für die kleinen gab es randvolle Gläser mit Apfelschorle, wo der Strohhalm jedoch immer heraus floppte.


Einen Gruß aus der Küche gab es nicht, aber das war auch nicht nötig, denn ungefähr 10 Minuten später wurde eine große Pfanne mit meiner Bruschetta an den Tisch getragen und kurz darauf eine große Portion Kartoffelsuppe. Optisch sehr ansprechend, aber beides so üppig, dass ich schon Angst bekam nach der Vorspeise satt zu sein. Geschmacklich jedoch perfekt und gerade die Bruschetta hat es mir vollends angetan. Ich habe schon einige gegessen und hier erwartet euch ein knuspriges, etwas dickes Baguette, bestrichen mit einer fruchtigen Tomaten-Sauce, frischen hauchdünnen Knoblauch-Scheiben, Lauchzwiebeln, sowie geviertelten Tomaten. Die Mischung aus warm und kalt mit den frischen Zutaten. Ein wahrer Gaumen-Schmaus. 



Das Hauptgericht wurde gesplittet. Das heißt nach einiger Zeit wurden wir gefragt, ob erst einmal die Pizza der Kinder gemacht werden sollte. Das hat den Vorteil, dass wir uns am Anfang um die Kinder kümmern konnten, ohne das unser eigenes Essen kalt wurde. Ebenfalls sehr löblich und ich muss gestehen, ich habe es noch nie erlebt. 

Die Pizza ist gigantisch und unglaublich lecker. Obwohl die Sauce sehr fruchtig war, fand sogar mein Mann sie gut. Mein großer Sohn hat sogar schmatzend und den Bauch reibend davon seinem Opa am Telefon erzählt. Selbst am nächsten Tag und auf der Rückfahrt sprach er von der Pizza. "Mama, die Pizza in dem Restaurant, die war sooo (wieder dieses über die Lippen lecken, schmatzen und den Bauch reiben). Können wir da noch mal hin." Ich denke, das spricht für sich.



Nach einiger Zeit wurden wir gefragt, ob unsere Speisen auch zubereitet werden sollten. Als sie uns gebracht wurden waren sie nicht so opulent, wie die Vorspeise und Pizza vermuten ließ. Eine ausreichende Portion, heiß und liebevoll angerichtet. Die Gerichte waren heiß und was viel wichtiger war, das Steak war perfekt saftig gebraten und das Schnitzel, obwohl es dünn war, nicht trocken. 


Generell lässt sich sagen, dass die Qualität der einzelnen Produkte hochwertig waren. Aber, die kalte Küche sollte sich beim Salat etwas mehr Mühe geben. Meine eines Stück Gurke war daumendick und wies sogar den Strunk auf. Absolutes No Go, genauso wie die Tatsache, dass drei Blätter im Salat braun waren. Zumindest die Salatblätter kommen in der gehobensten Küche vor, und sind mir wahrscheinlich nur ins Auge gestochen, da ich selbst über Jahre in der kalten Küche tätig war. 

Nach einem Dessert-Wunsch wurden wir nicht mehr gefragt. Das war aber auch nicht schlimm, denn wir hätten ehrlich gesagt keinen Bissen mehr herunter bekommen. 

FAZIT
Das Restaurant ist außen unauffällig, aber in meinen Augen trotz der Salat-Kritik ein echter Geheimtipp. Wir als Familie haben uns rundum wohl gefühlt und wurden geschmacklich überrascht. Aus diesem Grund ist für uns die Osteria ein echter Geheimtipp, wenn man nach Sylt fährt. Wir kommen gerne wieder. 

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