Buchkritik - Maralinga / Ashley Carrington

Lasst mich euch heute in die Welt von Maralinga entführen. Nein, es ist kein Fantasie-Land, was ich mir gut hätte vorstellen können, sondern es handelt sich um ein klassisches Weingut. Es befindet sich in Australien und bietet eine Menge Lesespaß. Zumindest wenn man einige Aspekte bedenkt, wie zum Bespiel, dass man den Stil, das Thema und einige andere Eigenheiten der Autorin mögen muss. Aber entscheidet doch bitte selbst. 


FAKTEN ZUM BUCH
Autor: Ashley Carrington
Titel: Maralinga
Taschenbuch
Verlag: Droemer Knaur (2002)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426620499
ISBN-13: 978-3426620496
Genre: historisch, Australien, Weltkrieg, Wein, Liebe
Preis: 1€ auf Amazon gebraucht
Gelesen in: 5 Tagen 

DAS COVER
Das Cover liebe ich. Warum? Es strahlt Ruhe aus und stellt einen Ort da, wo ich mich sofort wohlfühlen würde. Weinreben im Hintergrund, vorne der Schaukelstuhl. Zwar reinkopiert und das sehr deutlich, aber ich finde es beruhigend und ich wäre gerne dort.

FIGUREN IM ÜBERBLICK
Lena 
Burkhardt 
Patrick

WORUM GEHT ES 
Australien 1913: Lena Seewald kämpft nach dem Tod der Eltern um ihr Zuhause, das Weingut Maralinga im Barossa-Tal. Nicht nur ihre jüngeren Geschwister benötigen Zuwendung, auch die Reben stehen schlecht und ihre reichen Nachbarn drängen sie zum Verkauf. Der Alltag ist hart, aber Lena gelingt es, das Weingut und die Familie zusammenzuhalten. Doch als der erste Weltkrieg ausbricht, wird die deutschstämmige Familie Seewald zu feindlichen Ausländern. Und Maralinga ist abermals gefährdet… (Quelle Klappentext)

MEINE LESEEINDRÜCKE
Maralinga ist ein Buch mit unglaublich viel Potential. Zumindest was meinen Lesegeschmack betrifft. Ich liebe Australien, ich liebe Romane über vergangene Zeiten und ich interessiere mich für die Weltkriege. Doch mich hat das Buch überhaupt nicht umgehauen. 

Die Charaktere in Maralinga sind vielseitig und theoretisch ist alles vertreten, was an Klischees gefordert ist. Eine aufopfernde, willenstarke Schwester oder der rüpelhafte Nachbarssohn. Es ist alles da, alle sind umfangreich beschrieben, aber mir fiel es unglaublich schwer eine Bindung zu Lena aufzubauen. Sie blieb mir bis zum Schluss immer leicht fremd. Vielleicht weil ich nie verstanden habe, warum sie überhaupt ins Kloster gegangen ist, oder warum sie am Anfang erst an sich statt an ihre Geschwister gedacht hat. 


Weiter geht es mit dem Stil. Er ist anschaulich, detailliert und lässt ein klares Kopfkino entstehen. Doch warum muss man Absätze mitten in der Handlung machen. Absätze sind wichtig und ermöglichen eine kurze Pause, zeigen neue Abschnitte oder Szenen auf. Aber warum muss man das als Autorin mitten in einer Handlung machen. Ja, sogar mitten in Dialogen. Das ist ein Stilmittel mit dem ich mich null anfreunden konnte. Im Gegenteil es hat mich wütend gemacht. Zum Beispiel auf Seite 154. "....Alles Gute für ihr weiteres Leben, seien Sie tapfer und Gottes Segen." ABSATZ  "Ja, danke ebenfalls", gab Lena gerührt zurück. Die Bahnfahrt nach.... 

Theoretisch hätte ein Absatz nach dem Dialog und vor die Bahnfahrt besser gepasst. Das ist für mich ein No-Go. 

Mittendrin ist die Geschichte eigentlich recht interessant. Man erfährt viel über die Auswanderer in Australien, über das Leben auf einem Weingut und die Anfänge des Ersten Weltkrieges. Soweit so gut und dieser Teil hat das Buch auch positiv in der Wertung beeinflusst. Doch der Schluss ist wieder eine absolute Katastrophe. Lieblos hingeklatscht überlässt er dem Leser sich selbst, seiner Fantasie ohne wirklich große Liebe, ein geniales Happy End oder ähnliches. Einfach Schluss. Gerade bei Kurzgeschichten ist das Okay, aber bei einem richtigen Buch. Sorry, das wirkt so lieblos im Vergleich zu dem Detailreichtum am Anfang. 

FAZIT
Mit Sicherheit kein schlechtes Buch. Wer mit Absätze mitten in Dialogen leben kann oder nichts gegen einen miserablen Schluss hat, der wird glücklich mit dem Buch. Starker Mittelteil und dafür gibt es auch drei Sterne. 


COVER💜💜💜💜💜
STIL💜💜💜
CHARAKTERE💜💜💜
SPANNUNG💜💜💜
HUMORunrelevant
LIEBE💜💜💜 
GESAMT💙💙💙