Hauskauf - Wir kaufen ein Haus

#Jetztwirdesernst ...


Wer meinen Blog verfolgt, der weiß, dass mein Mann und ich seit vier Jahren versuchen ein Haus zu kaufen. Damals hatten wir nur Jack, ich war mit Nick schwanger und wir fanden ein wirklich schönes Haus. Mein Bauchgefühl war jedoch skeptisch und so konnte ich für den Vorvertrags-Termin noch meinen Mann überreden einen Sachverständigen über die "kleine" feuchte Stelle schauen zu lassen. Herauskam die Tatsache, dass der gesamte Keller nass war und mit erstmaligen Kosten von 30.000€, wenn ich das richtig im Kopf behalten habe, zu rechnen war. Damit wäre aber nicht garantiert gewesen, dass es auch wirklich trocken ist. Wir sind damals abgesprungen, und wie eine weitere unverbindliche Anfrage aus dem Freundeskreis bestätigte auch zu recht, denn der freundliche Verkäufer wusste wohl schon länger von dem großen Schaden, denn auch jetzt gab er an, dass das Haus trocken sei, bis auf eine kleine feuchte Stelle, die aber nicht von Belang sei. 


Danach kam Nick und die Suche ging weiter. Es waren viele schöne Häuser dabei, aber es fehlte prinzipiell ein Zimmer, es war zu teuer, oder es die Lage war einfach nicht schön. Irgendwann hatten wir die Lust verloren, denn wir wohnen eigentlich in einem wunderschönen Haus, das energetisch super ist und der Vermieter ist einfach ein Schatz. 

Letztes Jahr haben wir dann jedoch eine saftige Mieterhöhung erhalten, und für uns war klar, wir fangen wieder aktiv an zu suchen. Ein eigenes Haus muss auf jeden Fall her. Wir wurden auch direkt fündig. Perfekte Größe, sogar mit Pool und Kinderspielzeug im Keller, renoviert und bis auf ein paar Kleinigkeiten perfekt. Wir sagte sofort zu, mussten es für die Bank aber erst einmal reserviert haben und wollten direkt am nächsten Nachmittag zum Verkäufer. Kurz bevor wir los wollten, kam dann einfach eine Nachricht, dass sie das Haus jetzt doch nicht mehr verkaufen. Drei Tage später stand das Haus wieder drin, aber mein Mann hatte die Nase voll von dem Verkäufer. Wir wären jedenfalls nicht abgesprungen ;)

Es war uns aber auch egal, denn wir fanden ein weiteres Haus, das uns eigentlich sehr gut gefiel. Es wäre eine Menge Arbeit gewesen und der Zustand war alles andere als perfekt, aber die Lage war einmalig. Ich gebe zu, dass mir die Lage mehr gefiel, als das Haus selbst, eben weil schon der Fußboden knarrte, und alles sehr altbacken war. Trotzdem sagten wir zu und machten auch direkt einen Termin bei dem Finanzierungsunternehmen, das uns von dem Makler empfohlen wurde. Die Finanzierung sei problemlos möglich und wir waren schon sehr glücklich. Immerhin war Ben inzwischen auf der Welt, und bei dem ersten Objekt meinte die Sparkasse damals, dass wir die Grenze des Möglichen erreicht haben. Dieses Objekt war aber minimal teurer. Auf der einen Seite freute ich mich natürlich, auf der anderen Seite machte mir der Berater jedoch Bauchschmerzen. Er war mir absolut unsympathisch, konnte nicht gut erklären oder wich manchen Fragen etwas ungeschickt aus. Als er dann noch mit einem völlig dubiosen Angebot ankam, haben bei mir die Alarmglocken geschellt. Mein Mann war jedoch der Meinung, dass er schon wisse, was er mache und das vielleicht eben wegen dieser 10.000€ mehr jetzt anders laufen müsse. Zum Glück kam dann unsere zweite Besichtigung und wir bekamen alle weiteren nötigen Unterlagen für die Bank vom Makler übergeben. Und dann fand ich auch schon die erste kleine Lüge.  Wir hatten den Makler gefragt, ob das Haus massiv gebaut sei. Außen ja -  Stein auf Stein, innen nicht. Laut Baubeschreibung war es jedoch ein Fertighaus in Holzständerbauweise. Während ich mich eher fragte, warum man dort lügt, fragte sich mein Mann eher, ob wir jetzt mit dieser Änderung überhaupt den Kredit bekommen. Der Finanzberater winkte ab und meinte, er wüsste zwar nicht, warum der Makler das nicht erwähnt habe, aber das sein gar kein Problem. Daraufhin kam noch ein unseriöseres Angebot von ihm, weil die Bank sich dann so doch quer stellen würde, aber zu dem Zeitpunkt hatte ich mich schon belesen und die Frage nach Asbest und anderen Giften kam auf. Zumal der Eigentümer an Krebs gestorben war. Nach einer recht unruhigen Nacht teilte mir dann mein Mann mit, dass er dem Makler und auch dem Bankmenschen gesagt hat, dass wir kein Interesse mehr haben. Einige Wochen später rief uns dann der Makler an und lenkte ein, das Haus sei doch in Ordnung, und die Verkäufer würden anbieten ein Gutachten zu bezahlen. Wir wollten dann ein Gutachten über den Sachverständigen, den wir schon beim ersten Haus hatten und da das Haus noch immer nicht verkauft war, wollte mein Mann es noch einmal herunterhandeln. Der Makler bot uns an noch einmal 5.000€ weniger an und das Gutachten, aber mein Mann bestand auf 10.000€. Damit war das Gespräch vom Tisch und ob er sich danach noch mal gemeldet hat, weiß ich nicht. Jedenfalls kam das Haus nie wieder ins Gespräch, bis ich vier Monate später das Haus von der Sparkasse als Angebot fand. Plötzlich wurde das Haus 50.000€ unter dem Preis, den wir bezahlen sollten, angeboten. Das war auch eher der Wert, den ich bei der Besichtigung im Kopf gehabt hatte. Im Grunde waren wir froh, dass damals nicht darauf eingegangen wurde.

Weiter ging die Suche, aber es war wieder nichts passendes dabei und mein Mann hatte wieder die Nase voll vom Suchen. Unser Haus ist doch klasse und sooooo viel Miete ist es ja auch gar nicht. Bis er dann irgendwann auf die Idee kam ein kleines Haus zu kaufen, es zu vermieten und später, könnten wir dann einziehen, wenn wir älter sind. Die Idee fand ich nie sonderlich gut und zum Glück meldete sich der Makler der Immobilie auch nicht bei uns. So war, der Gedanke ebenfalls vom Tisch und ein paar Tage später bekam ich eine Mail, von Immobilienscout mit ein paar tollen Angeboten. Die hatte ich seit der ersten Suche nie gelöscht und da war das Haus. Perfekter Ortsteil, gute Werte, ausreichend Zimmer, ruhige Lage, von außen sehr hübsch, großer Garten und nicht teuer. Samstag war es drin, wir hatten den Dienstag als erste einen Besichtigungstermin und verliebten uns in das Haus. Wie das immer so bei uns ist, wenn uns was gefällt, sagen wir direkt zu. Es hatte ein paar kleinere Mängel  und Stauraum wäre nur im Keller gewesen. Das heißt Staubsauger immer schleppen, aber das war mir egal. Noch am selben Tag bekamen wir überraschenderweise einen Termin bei einer richtigen Bank, nicht wie letztes Mal, und auch am nächsten Tag die Zusage. Der Bankberater rief auch gleich dort an und wollte für eine eigene Überprüfung des Objektes einen Termin vereinbaren, aber da bekam er die Information, dass da noch ein anderer Interessent wäre und der sich das erst später anschauen könne, und das würde den Nachbarn oder wie auch immer besser gefallen. Erst auf direkte Nachfrage, bekamen wir als Interessenten die Information offiziell und dann auch die Absage eine Woche später. 

Wenn man vier Jahre lang sucht und immer wieder solche Rückschläge erlebt, der verliert die Lust daran. Soll es vielleicht nicht sein? Und dann meine meine Verlegerin, schalte doch mal eine Suchanzeige im Netz. Bei uns gehen ganz viele Häuser darüber weg, weil manche Verkäufer keine Lust haben zu inserieren. Ich habe es dann auch direkt umgesetzt und bekam wieder ein Haus in der Nähe des anderen angeboten. Zufall, Schicksal? Am Ende war es ein absoluter Reinfall. Die Lage war nicht so schön, wie die andere und das Haus war von innen vergleichbar wie unser Reinfall vom letzten Jahr. Zudem wäre es noch teurer gewesen. Nein danke. 

Und dann klingelt mein Handy und ich bekomme ein weitere Immobilie angeboten. Eigentlich wollte ich sie meinem Mann gar nicht zeigen. Es klang sehr verdächtig nach einer Immobilie, die wir schon im Internet entdeckt hatten. Dort aber 5.000€ günstiger. Dazu kam die Tatsache, dass es zwar 6 Zimmer hatte, aber das eine war ein Kaminzimmer und somit nicht bewohnbar. Trotzdem sagte ich es meinem Mann und er meinte: Ach egal, schreib den mal an. Angucken kann man es sich ja trotzdem. Dummerweise kam der Verkäufer aus der Nähe von Hannover und war gar nicht da. Trotzdem gab er uns die Adresse und meinte, wir könnten das Haus auch so anschauen. Wir also hingefahren und meinten es gefällt uns. Lage perfekt, gepflegt und schön ruhig :) Wir also Interesse bekundet und durften gleich wieder hin, denn wir bekamen die Erlaubnis auch das Grundstück zu betreten. Damit war dann für uns alles klar. Wenn das Haus innen auch so toll ist, wollen wir es. Glücklicherweise hatte der Verkäufer dann ein paar Tage später doch Zeit, sodass wir nicht auf seinen Kontakt vor Ort warten mussten, der im Urlaub war, und wir konnten es direkt besichtigen.  Einiges muss gemacht werden, da die Mietnomaden vorher schon ein paar Schäden hinterlassen haben, aber es hält sich in Grenzen. Und so haben wir direkt ja gesagt. Und heute ist es soweit, wir unterschreiben den Bankkredit und am Freitag geht es dann beim Notar weiter. Sofern also nicht noch die Gemeinde Anspruch erhebt, gehört bald uns dieser schöne Bungalow. Und mal ehrlich, alles auf einer Ebene ist einfach nur klasse, gerade wenn man bedenkt, dass man älter wird. Ja, es hatte das Kaminzimmer und es war das Objekt, was wir schon mal entdeckt hatten, aber wenn man es gesehen hat und weiß, dass es kein Handwerkerhaus ist, sondern immer modernisiert wurde, dann ist man froh. Endlich kann mein Mann aufhören zu singen - We got no house :) Denn das hat er nach jeder Pleite gesungen, um mich zu ärgern.