Das Bekenntnis - John Grisham

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Wenn Lügen Folgen haben ...

Wenn ich in der letzten Zeit eins gemerkt habe, dann dass - Lügen haben immer Folgen und vor allen Dingen kurze Beine. Ja, es ist manchmal schwer die Wahrheit zu sagen, aber Lügen sind alles andere als schön. Was passieren kann, wenn man lügt, zeigt die nachfolgende Geschichte sehr deutlich. 


WICHTIGE FAKTEN
Alter - 16
Seiten - 592
Perspektive - Erzähler
Schauplatz - USA
Zeit - 1920-1950

WELCHE ERWARTUNGEN HABE  ICH?
▪️ eine spannende Geschichte
▪️ Drama vor Gericht
▪️ guter Stil

WER SPIELT DIE HAUPTROLLEN?
Pete - Farmer und Kriegsheld mit zwei Kindern
Dexter - Ermordeter Pfarrer
Liza - Frau von Pete

WEM WÜRDE ICH DAS BUCH EMPFEHLEN? 
Leseratten, die sich für Geheimnisse und den Krieg interessieren

WORUM GEHT ES?
Es ist ein gutes Jahr, was die Farm betrifft. Doch für Pete ist es ein weiteres Jahr, dass ihn quält. Deswegen beschließt er seinem Leiden ein Ende zu bereiten. Er fährt in die Stadt und richtet den Pfarrer mit drei  Schüssen hin. Anschließend lässt er sich verhaften und wird auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Doch warum? Diese Frage beschäftigt alle in der Familie. 

WIE HAT ES MIR GEFALLEN?
Wer John Grisham kennt und liebt, sollte sich genau überlegen, ob er sich an das Buch wagt. Ich habe mich von dem Namen verleiten lassen und hatte an ein Buch im Sinne seiner ersten Werke gedacht. Leider mich das Buch nicht vollends überzeugen können. Das liegt daran, dass es untypisch für den Autoren ist. Ich gebe zu, dass ich schon bei dem Cover ein paar Zweifel hatte, aber da es zu der Baumwollfarm passt, war es mir egal. Im Grunde hat es mich jedoch eher an ein Südstaatendrama erinnert und ich denke, das passt hier nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich.

Normalerweise legt der Autor einen ausführlichen, aber schon recht knackigen Stil an den Tag. Zumindest ist es in meinen Erinnerungen so. Diesmal setzt der Autor auf einen erzählerischen Stil, der zu weiten Teilen auf wörtliche Rede verzichtet und dem Buch dadurch die Dynamik klaut. Gerade im zweiten von drei Akten ist dies besonders schlimm.

Das Buch beginnt wirklich gut. Die Frage nach dem Motiv ist allgegenwärtig und der Mord ist einfach nur kaltblütig. Die ersten 70 bis 100 Seiten konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Danach verliert es das Tempo oder besser gesagt den Reiz. Zum Beispiel geht der Autor auf den damals mobilen elektrischen Stuhl ein, erzählt andere Fälle, die für die damalige Zeit relevant waren und versucht die 40er Jahre im Süden sehr lebendig zu beschreiben. Ganz klar spannend, aber die Gerichtsverhandlung wird im Vergleich einfach zu kurz behandelt. Schon ist er verurteilt und hingerichtet. Bleibt nur die Frage nach dem Warum.

Doch statt sich damit zu beschäftigen wird die nächsten 200 Seiten die Geschichte von Pete erzählt. Wie er seiner Frau begegnete, wie sie geheiratet haben, seine Karriere beim Militär und seine Gefangenschaft im Krieg. Punkte, die wichtig sind und die mich natürlich auch interessiert haben. Allerdings setzt er hier auf den allwissenden Erzähler und dieser Teil kommt fast ohne Dialoge aus, was den Teil eben einfach schwach macht. Es fehlt komplett an Dynamik und es wird zähflüssig. Die Hälfte hätte eindeutig gereicht. Zwar lerne ich so Pete kennen, aber im Grunde ist es nicht der Krieg, der alles auslöst. Weswegen es mich eher an ein Südstaatendrama erinnerte.

Pete ist mir jedenfalls in diesem Teil, aber eigentlich von Anfang an ans Herz gewachsen. Ein sympathischer Mann und auch seine Schwester fand ich sehr patent. Der Rest der Figuren war für mich eher enttäuschend. Sei es der Sohn, die Tochter und auch die Frau. Die Funken die eigentlich hätten überspringen müssen, blieben aus. Weswegen ich später auch meine Probleme hatte, das Motiv zu akzeptieren. Das liegt wahrscheinlich nicht mal an den Figuren selbst, sondern an den Emotionen. Gefühle brauchen Dynamik bei einem Buch, wo diese fehlt, werden sie schwer vermittelt. Der Autor beleuchtet vieles und geht auch darauf ein. Das Wissen ist vorhanden, aber riecht Wissen für Empfindungen aus? 

Nach dem zähen Mittelteil geht es direkt mit der nächsten Gerichtsverhandlung weiter und damit endlich zu der Auflösung, die mich an das Buch gefesselt hat. Sie ist an sich nicht verkehrt und in sich schlüssig, zeigt aber auch, dass Lügen sich nicht lohnen und es oftmals hilft, wenn man sich ehrlich hinsetzt und redet. 

ZUSAMMEGEFASST
Wenn ich das Buch so Revue passieren lasse, dann ist da ein guter Anfang und eine guter Schluss, allerdings ein zähflüssiger Mittelteil, wenig Dynamik und leider keine spürbaren Emotionen. Ich habe mir ehrlich gesagt mehr versprochen. 

COVERGESTALTUNG💜💜💜💜
ORIGINALITÄT DES INHALTS       💜💜💜💜💜
SCHREIBSTIL💜💜💜
UMSETZUNG DER FIGUREN💜💜💜💜
TEMPO💜💜
PASST ES ZUM GENRE💜💜💜
EMOTIONEN💜💜💜   
GESAMT💙💙💙


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