Rezension - Girl A

Unmenschlich ...

Lex ist 15 und hat die Sätze: Mein Name ist Alexandra Gracie, ich bin 15 Jahre alt. Bitte rufen sie die Polizei - schon unzählige Male geprobt. Doch als sie endlich fliehen kann, bleiben der meiste Teil davon einfach in ihr stecken. Abgemagert bis auf die Haut. Vollkommen verdreckt. Es ist gar nicht nötig alles zu sagen, zumal ihr Vater ihr nicht gefolgt ist. 

Jahre später ist sie Anwältin und kämpft noch immer mit ihren Dämonen. Besonders, als ihre Mutter stirbt und sie sich mit den sieben Geschwistern und den damaligen Geschehnissen auseinandersetzen muss. 



EIN PAAR FAKTEN
Autorin - Abigail Dean
Verlag - HarperCollins
Seiten - 417
Preis - 22€
Schauplatz - USA 
Tags -  Kindheit, Drama, eingesperrt 

DOCH WELCHE ERWARTUNGEN HATTE ICH?
Ich habe nach dem Klappentext ein dramatisches Buch erwartet. Schockierende Details und die eine oder andere Träne. 

UND LOHNT ES SICH?
Nein, und das tut mir so unendlich leid, denn das Thema ist unglaublich wichtig. Es gibt sie nämlich, Mädchen wie Lex, die für ihre Geschwister kämpfen und sich aus solchen Elternhäusern befreien.  Aber so ein Buch braucht eine gute Umsetzung und nicht das, was ich hier geboten bekommen habe. 

Das Hauptproblem besteht ganz klar im Stil und im Aufbau. Mag sein, dass andere ihn mögen, aber mich hat das Lesen sehr gestresst und genervt. Wären da nicht die Details gewesen, ich hätte abgebrochen. 

Das Buch beginnt mit dem Tod der Mutter. Ein paar Worte zu der Kindheit und ich dachte dann geht es zwei Perspektiven weiter. Die Gegenwart mit dem Tod der Mutter und dem Verkauf des Hauses. Die Vergangenheit mit der Kindheit. Dies wäre sehr gut gewählt gewesen. Doch stattdessen gibt es lange Kapitel und hier wird dann zwischen Gegenwart und Rückblenden gesprungen. Wie Erinnerungen werden sie eingeworfen und es gibt keinen richtigen roten Faden. Ich versuche das mal zu erklären. Mal bin ich in der Gegenwart, dann plötzlich Erlebnis Z, dann Erlebnis U, dann Erlebnis A, dann V. Immer habe ich mich gefragt, wann genau passierte das. Wo bin ich in der Vergangenheit. Vor der Flucht, danach, frühe Kindheit, später. Das ist verwirrend und anstrengend. 

Es ist tragisch und die Erlebnisse sind sehr traurig. Nur motzt das nichts, wenn man springt und der Stil sehr monoton ist. Gefühle jeglicher Art bleiben auf der Strecke. Ich bin nicht dabei und kann nicht mitfühlen. Emotionen müssen Figuren transportieren und nicht ein paare Worte, die erzählen, was passiert ist. Vergleichbar mit, ich wurde verprügelt oder vergewaltigt. Jeder weiß, dies ist tragisch, aber nur Details und die Worte der Betroffenen können das Ausmaß und die Angst transportieren. Hier sind es nur die simplen Aussagen. In meinen Augen sehe ich das Drama, aber kann es eben nicht fühlen. Ich hoffe, ihr versteht was ich meine. 

Die Grundidee ist gut, aber die Umsetzung  nicht.  Leider. 

Kinder, deren Elternhaus die Hölle ist. Eine gute und bewegende Grundidee, die jeden interessiert, denn es ist real und greifbar. Nur leider ist die Umsetzung durch Sprünge verwirrend, es fehlt ein klarer roter Faden, und vor allen Dingen mangelt es an Emotionen. Hier wird kalt und mit viel Distanz knapp geschildert, aber die Details und Emotionen muss man sich selbst denken. Bei so einer Art Geschichte, erwartet man jedoch Emotionen pur. Dementsprechend enttäuscht bin ich. 

WEM WÜRDE ICH DAS BUCH EMPFEHLEN 
Das Buch ist für Leser, die das Thema interessiert, aber auf eine emotionslose Art. 

BEWERTUNG 
 COVER  💜💜💜
 GRUNDIDEE  💜💜💜💜💜
 FIGUREN 💜💜
 DETAILS 💜
 TEMPO 💜
 EMOTIONEN 💜
 STIL  💜
 SPANNUNG 💜
 GESAMT 💙


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