Rezension - Wir zwei für alle Zeit

Was wäre wenn ...

Es ist eine Frage, die sich wohl jeder Mensch einmal gestellt hat. Was wäre, wenn … ich ja gesagt hätte statt nein. Oder was auch immer euch beschäftigt. Wie wäre dann dass Leben verlaufen. Je älter man wird, umso mehr Wegpunkte gibt es, wo diese Frage auftaucht. Und genau damit beschäftigt sich mein Last Read. 



EIN PAAR FAKTEN
Autor/in - Hannah Emery
Verlag - HarperCollins
Seiten - 352
Preis - 11€
Schauplatz - England 
Zeit - Gegenwart 
Genre -  Liebe

EINBLICKE IN DIE GESCHICHTE
Eigentlich wollte Erica gar nicht zu dieser Feier, aber Mike überredet sie. Nur um direkt mit ihr Schluss zu machen. Zu Hause hätte er mit ihr reden müssen. So lässt er sie einfach aufgelöst stehen. Zu ihrem Glück trifft sie auf Daniel, der sie nicht nur tröstet, sondern überraschend gut ablenkt. Sie verliebt sich und alles könnte perfekt sein, wäre da nicht ihr Geheimnis. Ab und an verschwindet sie wortwörtlich. Es ist wie ein Anfall, nur dass sie wirklich verschwindet. Sie wird von diesem Strudel in eine andere Version ihres Lebens gezogen. Etwas, dass nur ihre Familie weiß. Als sie vor Daniel verschwindet, muss sie ihm die Wahrheit sagen. Statt zu flüchten, akzeptiert er diese Tatsache. Doch dann, passiert etwas und Erica muss sich entscheiden, ob sie bleibt und kämpft, oder ihre Fähigkeit einsetzt, um in eine glückliche Zeit mit Daniel zu verschwinden. 

FÜR EUCH ABGECHECKT
Das Buch ist mir wegen seines Covers aufgefallen. Magisch und verspielt. Ich bin zwar kein Fan von Geschichten mit Paralleluniversum, aber die Idee dahinter fand ich gut und ich wollte wissen, was da passiert. Eine Krankheit? Eine harte Trennung? Ich tippte sogar auf Tod. 

Das Buch beginnt direkt mit der Trennung auf der Party. Ein guter Einstieg. Ich litt direkt mit Erica und konnte mich mit ihr identifizieren. Sie verliebt sich direkt in Daniel. Beide finde ich total süß und ich freue mich sehr für sie. Vielleicht, weil es mich an etwas aus meiner Vergangenheit erinnerte. Ich lernte auch mal jemanden auf einer Party kennen, der mich sehr tröstete, der auf Daniela Beschreibung zutraf, aber ich sagte damals nein, wegen der Entfernung. Einer meiner - Was wäre wenn, ich ja gesagt hätte - Momente. Trotzdem bleiben die Figuren blass. Das liegt daran, dass ich sie immer nur in wenigen Momenten begleite. Viele Sprünge, vieles wird nur erzählt und Emotionen sind daher eher oberflächlich. Genauso Gedanken. Zum Beispiel: Sie überlegt immer, ob sie reisen will oder nicht. Und plötzlich ist das Thema vom Tisch. Sogar Daniel ist überrascht. 

Doch eine nette Figur reicht nicht aus. Erica hat immer Angst und wird in diese andere Welt gezogen. Ich dachte, dass sie dann aktiv eintaucht, aber nein, sie beobachtet lediglich ihre anderen Ichs. Gleichzeitig wirkt alles so bedrückt, weil sie Angst hat zu leben und sich fragt, ob die anderen eine mutigere Wahl getroffen haben.

Generell finde den Part echt nervig. Es gibt keine logische Erklärung, keine Gemeinsamkeit mit der einzigen Person, der es ähnlich geht. Es gibt jemand, aber die Eltern vergessen Kontakt herzustellen? Aber nicht nur das. Die Art Zuschauer zu sein nervt. Warum will ich da bleiben und anderen beim Leben zu zuschauen. Ohne Erkenntnisse mitzunehmen oder Ähnliches? 

Man könnte im Grunde sagen, man ist Teil einer eher alltäglichen Geschichte. Job, Freunde, Beziehung. Hauskauf - ja beide lieben seit Jahren dass gleiche Haus. Dann endlich, die Wende. Dachte ich zumindest. Sie hat einen Unfall und ich denke, okay, Daniel verhält sich komisch und jetzt platzt die Bombe. Statt einer Bombe bekommt sie einen Anker und muss nie wieder in eine andere Welt. Total konstruiert für meinen Geschmack. Und so geht es leider weiter. Komische Sprünge, eine betrübte Grundstimmung, aber es dümpelt nur vor sich hin. 

Und dann plötzlich passiert die Wende, die im
Klappentext angesprochen wird. Keine Krankheit, sondern viel härter, sodass auch ich schlucken muss. Ja, ich lag richtig mit meinem Tipp, aber anders als gedacht. Es wird jetzt wieder viel gesprungen und alles nervte nur noch. Erica lässt sich in ihrer Trauer tragen, kommt teils nicht mehr zurück, und wenn nur durch Zufall. Sorry, aber ich fand es anstrengend. 

Am Ende gibt es ein Happy end, jedoch mit schalem Geschmack. Sie sieht die Zukunft von Daniel, wenn sie sich an dem einen Tag nicht mit ihm getroffen hätte. 

Es klang nach: Ich brauche eine Möglichkeit herauszukommen - eine mit der niemand rechnet. Das ist gelungen, aber überzeugt nicht. 

KANN ICH ES EMPFEHLEN?
Für Leser, die sich mit der Frage beschäftigen und vielleicht in Trauer sind, dann ja. Wer einen schönen Liebesroman mit Emotionen erwartet, sollte lieber davon absehen. Zu konstruiert, zu blass und zu trübsinnig für eine Liebesgeschichte. 

BEWERTUNG 
 COVER  💜💜💜💜💜
 GRUNDIDEE  💜💜💜💜💜
 FIGUREN 💜💜💜
 DETAILS 💜💜
 TEMPO 💜💜
 EMOTIONEN 💜
 STIL  💜💜💜💜
 SPANNUNG 💜
 GESAMT 💙💙


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