Rezension - Deine Juliet - Shaffer / Barrows

 Buchkritik - Deine Juliet - Alte Briefe zum Nachdenken 

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Für eine Challenge brauchte ich ein Buch in Briefform. Dieses hier bot sich förmlich dafür an. Ein Highlight, wenn man bedenkt, dass es in der Nachkriegszeit spielt und ich solche Bücher liebe. 



FAKTEN ZUM BUCH 
Autor/in: Mary Ann Shaffer, Annie Barrows
Titel: Deine Juliet 
Originaltitel: The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society
Verlag: btb
Erschienen: 2015
ISBN: 978-3442713844
Seiten:304
Einband: TB
Serie: -
Preis: 12€
Genre: historisch 

FAKTEN  ZUM INHALT
Schauplatz: England
Zeit: 1946
Wichtige Personen: Sydney, Juliet, Dawsey
Perspektive: Briefe

AUTORENPORTRAIT
Mary Ann Shaffer wurde 1934 geboren und starb vor der Veröffentlichung ihres Debüt. Es wurde von ihrer Nichte, einer Kinderbuchautorin, beendet. 

INHALTSANGABE
London, Ende der vierziger Jahre: Die junge Schriftstellerin Juliet erhält einen ungewöhnlichen Brief. Absender ist Dawsey Adams, ein Bauer von der Kanalinsel Guernsey, der antiquarisch ein Buch erworben hat, das zuvor ihr gehörte. Zwischen den beiden entspinnt sich ein Briefwechsel, durch den Juliet von der Existenz der »Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf« erfährt, einer literarischen Gesellschaft, die einige der Inselbewohner gründeten, um sich über die schwere Kriegszeit hinwegzuhelfen. Je mehr Juliet über Dawsey und die anderen erfährt, desto mehr wünscht sie sich diese Menschen zu treffen. Und so beschließt sie, auf die Insel zu reisen. Dort stößt Juliet auf die Geschichte von Elizabeth, einem verschollenen Mitglied des Clubs, und ihrer großen Liebe zu einem deutschen Offizier. Und sie lernt Dawsey immer besser kennen… (Quelle: Klaspentext)

MEINE MEINUNG
Ich habe mich aus verschiedenen Gründen sehr auf diesen Roman gefreut. Er spielt nicht nur zu einer Zeit, die mich wegen meiner Mutter sehr interessiert, sondern ich liebe es alte Briefe zu lesen. Dazu kommt, dass das Buch verfilmt wurde und ich schon öfters über das Buch gestolpert bin. 

Leider ist es so, dass mich das Buch nicht überzeugen kann. Die Briefe sind nicht nur zwischen Dawsey und Juliet, sondern mit vielen weiteren Personen. Manche kurz, manche lang. Keine weitere Erzählung davor, dazwischen oder danach. Nur die Briefe, die die Geschichte erzählen. Leider entsteht für mich nur ein sehr blasses Bild und leider ist dieses auch recht eindimensional. Man merkt, dass die Autorin aus Virginia kommt und auch lediglich für die Geschichte dieser Inseln interessiert hat. Ich habe schon mehrere Bücher gelesen, die auf den Kanalinseln spielten und dieses Bild hier ist düsterer, abrechnender und dennoch sehr blass, weil Briefe eben nicht alles transportieren können. Das Problem ist wahrscheinlich, dass sie alle durch die Bank gleich klingen. Namen ausgetauscht und es wäre kaum aufgefallen, wenn der Brief von einer anderen Person gewesen wäre. Hier fehlte die persönliche Note einfach. 

Die Liebesgeschichte bleibt ebenfalls eher schwach. 

Mich hat das Buch nicht überzeugt. Und nach 100 Seiten habe ich nur noch quer gelesen. 

FAZIT
Blasse Briefe, die keine charakterlichen Merkmale habe und nichts Infividuelles transportieren.  Dazu eine blasse Liebesgeschichte und ein Blick auf den Zweiten Weltkrieg, der anders ist, als die Eindrücke, die ich in anderen Büchern über die Kanalinseln gewinnen konnte. 

LESEEMPFEHLUNG FÜR - Fans von Briefromanen. 

BEWERTUNG 
 COVER ⭐⭐⭐⭐⭐
 GRUNDIDEE⭐⭐⭐⭐⭐
 FIGUREN
 TEMPO
 EMOTIONEN⭐⭐
 SCHREIBSTIL⭐⭐
 SPANNUNG⭐⭐
 LESESPASS
 GESAMT🩷

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