Mordors Schatten im Test (PS4)


Mittelerde erobert seit vielen Jahren die aktuellen, gängigen Konsolen. Mit Mordors Schatten ist der jüngste Ableger im Oktober auf den Markt erschienen. Ob sich das neue Action-RPG von den Entwicklern Monolith und dem Publisher Warner lohnt, haben wir vorab für euch getestet.

Der Spieler beginnt in die Nacht einzutauchen, in der Sauron zurück nach Mordor kehrt. Seine Schwarzen Heermeister ermorden die Waldläufer des Schwarzen Tores allesamt brutal. Ihr übernehmt die Rolle von Tailon, der mit ansehen musste, wie seine Familie direkt vor seinen Augen hingerichtet, ja abgeschlachtet wird. Auch er überlebt den Angriff nicht, bekommt aber von einem geheimnisvollen Rachegeist die Möglichkeit zurück in die Welt der Lebenden zu kehren. Tailon bekommt so die Möglichkeit seine Familie zu rächen und eins ist klar Köpfe werden Rollen. Genauer gesagt, Ork Köpfe werden Rollen und das eine Menge, denn dank eurem Elfen-Freund könnt ihr die Gedanken der Orks erkunden und so Informationen zu Stellungen und Sauron sammeln.


Die Geschichte rund um Tailon wird geschickt in einer dynamischen Spielwelt verpackt, die einige Spieler sofort lieben werden, andere jedoch nicht wirklich überzeugen kann. Was bedeutet diese dynamische Spielwelt genau?! Jeder Gegner, dem ihr im Spiel begegnet ist nicht nur eine sture, mehr oder weniger stumpfsinnige KI, die mit Pech unlogisch handelt, sondern eine recht gelungene KI mit echten Schwächen und Stärken. Eure Begegnungen prägen den Gegner und wenn ihr ihn nicht besiegen könnt, bedeutet dies ganz einfach, dass er sich entwickelt, stärker wird und vielleicht eine Feindschaft entfacht wird. Es wird also schwer werden die Gegner zu bezwingen und die Oberhand zu gewinnen. Zum Teil besteht darin schon die erste Schwierigkeit. Ein, zwei oder auch drei stärkere Gegner stellen nicht so das Problem dar. Werdet ihr im Verlauf jedoch von ganzen Gruppen mit 6 oder 7 starken Gegnern angegriffen, die alle im gleichen Moment auch angreifen, dann werdet ihr sehen, dass es kein Spaziergang an einem lauen Frühlingsmorgen wird. Ihr trefft auf Gegenwehr und werdet häufiger sterben, als euch lieb ist. Das die Gegner nach jedem Sieg an Macht gewinnen, macht das Ganze nicht unbedingt attraktiver. Frustmomente sind früher oder später garantiert. Zwar bekommt man wie bei Batman immer wieder kleinere Tipps, wann es heißt Blocken, sodass Kombos angesammelt werden können, aber wenn ihr von 10 kleineren Orks und 3 übermächtigen Orks angegriffen werdet, nützt euch das teilweise wenig. Trotzdem ist diese Art von Gegnern etwas Besonderes, denn wer kann schon sagen, ich habe den Ork am Arm verletzt, bevor er fliehen konnte, und einige Kämpfe später trifft man diesen erneut und er hat genau an der Stelle eine Narbe. Es kommt einer realen Spielwelt schon verdammt nahe. Manchmal etwas fairere Kämpfe, würden aber für mehr Spielspaß und die nötige Ruhe / Ausgeglichenheit sorgen, um diese Spielwelt mit ihren Vorzügen auch genießen zu können. Es ist zwar ein persönlicher Erfolg, wenn der Ork, der einen zum 4 Mal besiegt hat, endlich stirbt, aber die Male vorher sind eben Frust pur.


Für Kämpfe bekommt ihr den einen oder anderen Talentpunkt mit dem ihr eure Fähigkeiten verbessern könnt, wie es sich für ein klassischen RPG gehört. Und diese Fähigkeiten müssen unbedingt verbessert werden, wenn ihr überhaupt eine Chance haben wollt. Gleiches gilt üfr Waffen. Diese werden über Runen verbessert und leider ist diese Umsetzung nicht 100% rund. Um Runen vergleichen zu können, damit nicht eine schlechtere Rune verwendet wird, muss beides ausgetauscht und die Werte gemerkt werden. Es ist nicht möglich, sie wie bei vielen anderen Rollenspielen direkt zu vergleichen. Etwas kompliziert würde ich sagen.

Aber nicht nur die Kämpfe haben Auswirkungen auf den Spielverlauf, sondern auch Handlungen und Entscheidungen, die es bei Missionen oder der Haupthandlung zu treffen gibt. Die Haupthandlung und andere Ziele werden auf der links unten eingeblendeten Übersichtskarte eingeblendet. So könnt ihr zwischen den Kämpfen immer wieder Kräuter sammeln, Sklaven befreien oder andere Herausforderungen des Alltags meistern.
Lobenswert können im Übrigen die Schleichpassagen erwähnt werden. Wer Assassins Creed kennt und diese Passagen als langweilig empfindet, wird hier einmal sehen können, wie es richtig gemacht wird, sodass Spaß aufkommt.


Die Grafik zeigt, dass hier Next-Gen am Start ist. Die Orks sehen so realistisch aus, dass man es mit der Angst zu tun bekommen könnte, wenn man nicht wüsste, dass es sich um ein Spiel handelt. Auch Schauplätze und Hintergrundlandschaften sind voller Details, klarer Linien und es macht Spaß die Tiefen zu entdecken. Mit Sicherheit wäre hier noch mehr gegangen, aber es wurde schon eine Menge Potential genutzt. Durch die teils braunlastigen Töne wirkt alles stimmungsvoller und das Spielen macht viel mehr Spaß. Nachteil ist jedoch, dass durch die vielen grafischen Anforderungen, auch die eine oder andere Stelle zeigt, dass das Spiel zu kämpfen hat. Bei größeren Schlachten kommt es regelmäßig zu mehr oder weniger starken Rucklern. In Kombination mit einer nicht immer günstigen Kamera, kann es manchmal schon nervig werden.

Der Sound hingegen ist eindrucksvoll, authentisch und passend. Er schafft eine Stimmung, die Tolkien sicherlich gefallen würde. Gleiches gilt für die gewählten Stimmen, die einfach in meinen Augen wie die Faust aufs Auge passen.

FAZIT
Alles in allem haben die Entwickler eine Menge richtig gemacht und einen neuen Weg eingeschlagen, der eindrucksvoll ist mit seiner dynamischen Spielwelt. Auf der anderen Seite sorgt diese Umsetzung auf Grund nicht immer fairer Bedingungen für viele Frustmomente, sodass gerade am Anfang ein etwas anfängerfreundlicheres System sicherlich vorteilhafter gewesen wäre. Nichtsdestotrotz ein Spiel, dass Fans von Herr der Ringe, aber auch Fans von Action RPGs unbedingt auf ihre Kauf-Liste setzen sollten, sofern ihre Frustgrenze nicht allzu gering ist. Hier wäre manchmal ein Coop-Modus hilfreich gewesen, aber darauf verzichtet das Spiel komplett.

Gameplay: 7 / 10
Steuerung: 9 / 10
Grafik: 9 / 10
Sound 9 / 10

85%

PRO vs CONTRA

+ eindrucksvolle, dynamische Spielwelt
+ dynamische KI
+ Grafik insbesondere bei den Figuren ausgereifte Next Gen Qualität
+ langer Spielspaß durch viel gute Haupstory und diverse Nebenquests

- teilweise unfaire Kämpfe
- diverse Ruckler bei Kämpfen mit vielen Beteiligten
- Kamera nicht immer optimal
- kein Coop-Modus, wodurch es manchmal echt schwer wird

FAKTEN ZUM PRODUKT
Preis: 69,99€
Konsole: PS 4
Release: 2.10.14
Entwickler: Monolith
Publisher: Warner
Alter: 16
Multiplayer: Nein


Bildquellen: Presseserver von Warnergames / Delasocial (Erlaubnis zur Nutzung)

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