Warum musste Becky sterben / Darren Galsworthy

Der Alptraum jeder Eltern ... 

Bristol 2015 - Genauer gesagt ist es der 19.2.2015, als Becky Watts spurlos verschwindet. Erst im März erfahren die Eltern, dass jede Hoffnung vergebens war. Ihre kleine Becky wurde im Alter von 16 Jahren ermordet. Doch damit nicht genug. Der Täter war ihr älterer Stiefbruder Nathan. Im ersten Moment kann weder Darren, noch seine Fraun Anjie oder ihr  leiblicher Bruder Danny es begreifen. Während der Verhandlung kommen alle grausamen Details ans Tageslicht und machen die Tat noch unbegreiflicher.


FAKTEN ZUM BUCH 
Autor:  Darren Galsworthy
Titel: Warum musste Becky sterben
Gebundene Ausgabe: 317 Seiten
Verlag: Weltbild (2017)
ISBN-10: 3828955819
ISBN-13: 978-3828955813
Preis: € 8,99
Genre: Biographie
Gelesen in: 2 Tagen

SARAHS LESEEINDRÜCKE 
Ich liebe Biographien und finde es immer spannend in das Leben von anderen Menschen einzutauchen. Am Rande hatte ich 2015 von dem Tod etwas mitbekommen, aber eben nur am Rande. Nachdem mir meine Mutter das Buch schenkte, habe ich mich sofort ans Lesen gemacht. 

Ein solches Buch zu bewerten ist umso schwerer. Nicht nur weil es eben das Leben eines anderen Menschen ist, sondern auch weil eine der Personen ermordet wurde. Deswegen fange ich einfach mal mit dem Positiven an. Das Buch ist einfach und verständlich geschrieben. Man kann es sogar an einem Stück lesen, wenn man die Zeit hat. Aufgelockert wird es durch Kapitel und am Anfang noch durch Presseberichte zur Verhaftung. In der Mitte des Buches befinden sich zahlreiche Familienfotos, die Einblicke in Beckys Leben geben. Gerade diese Fotos machen es umso schwerer und trauriger, weil sie ein wunderschönes Mädchen war, das zu einer zauberhaften Frau und sicherlich auch Mutter geworden wäre.

Gerade für mich als Mutter von drei Jungs, die selbst mit einem älteren Stiefsohn unter einem Dach leben, ist das Buch natürlich noch eine Spur härter. Könnte vielleicht unser Sohn auch so was machen? Man sagt entschieden nein, aber kann man sich sicher sein? 

Und dann liest man dieses Buch und ist irgendwie geschockt. Einmal wegen der Tat, einmal wegen den nichtssagenden Gründen, aber auch der Tatsache, dass ich mit Nathan auch Mitleid habe.

Warum? Mein Mann und ich waren gerade ein halbes Jahr zusammen, wollten in unsere erste gemeinsame Wohnung ziehen, als sein Sohn zu uns ziehen musste / durfte oder wie man es formulieren möchte. Aus dem Grund kann ich nachvollziehen, dass Darren seine Kinder regelmäßig sehen wollte, und sie auch später zu sich geholt hat. Warum es so lange dauerte und die anderen Dinge, kann man als Leser nicht beurteilen, weil die Bürokratie immer etwas Komisch ist, aber auch weil nicht auf jedes Detail eingegangen wird. Man kann also sagen, es wurde zu wenig unternommen, aber das wäre völlig deplatziert. Gleichzeitig lobt er seine Frau Anjie in den Himmel. Wunderbare Frau und Mutter, die alles macht. Wenn ich dann jedoch lese, dass diese Frau ihren eigenen Sohn die ganze Woche zur Oma gegeben hat. Wäre es wegen Arbeit gewesen oder Krankheit oder ähnliches, dann hätte ich mich noch gefragt, okay, warum ist sie nicht auch da eingezogen. Aber der wahre Grund ist eine verkorkste Beziehung. Ich würde nie, niemals mein Kind abgegeben, außer zur Betreuung während der Arbeit oder weil das Kind mal woanders schlafen möchte. Kind oder Mann, ich würde mich stets für das Kind entscheiden. Passt das mit der Person zusammen, die Darren im Buch beschreibt? Nathan ist 12 Jahre alt. Er sieht, wie die anderen Kinder genommen werden, er aber bei seiner Oma leben muss. Ausgestoßen, irgendwie unerwünscht. Warum? Weil man das Kind mit 12 Jahren lieber auf der Schule lassen will. Ganz ehrlich? Bullshit. Wäre er 16 gewesen und / oder im letzten Schuljahr, aber weder wurde er gefragt, was er will, noch darüber nachgedacht, dass man mit 12 problemlos einen Schulwechsel überstehen kann. Hat mein Stiefsohn im Übrigen auch mit 12 Jahren und er liebt die neue Schule. Außerdem 8km, die hätte er mit 12 Jahren auch mit dem Fahrrad fahren können oder mit einem Bus. 

Wenn man dann präsentiert bekommt, wie ein kleines Mädchen so geliebt wird und das alles für sie getan wird. Nennt mir einen Grund, warum man da nicht eifersüchtig sein sollte. Ob daher seine Fixierung auf so junge Mädchen kam, kann nur ein Psychologe beurteilen. Genauso, wie nur er weiß, ob nicht auch ein sexuelles Motiv vorlag. Denn mal ehrlich, auch ohne verrutschte Maske, hätte sie ihren Bruder sofort erkannt. Größe, Kleidung, Körperbau und spätestens, wenn er seinen Spruch losgelassen hätte, bessere dich. So etwas kann nur aus dem Umfeld kommen.

Auch so gab es viele Punkte, die ich einfach nicht nachvollziehen konnte, wo ich sage, da lief einiges schief. Ich hab bis zum Schluss zum Beispiel nicht verstanden, warum Danny wieder zu seiner Mutter gezogen ist. Mit 10 hätte ich es verstanden, aber mit 16, wo man es sein eigenes Leben anfängt? Ich wurde auch gemobbt und war lange Zeit magersüchtig, und auch meine Eltern haben es lange nicht mitbekommen, aber auch meine Mutter hat was gemacht und direkt eine andere Schule gesucht und nicht erst Therapie und anderen scheiß, sondern gleich die Wurzel des Übels bekämpft. Weiter geht es mit der MS. Mein Bruder hat auch MS, war auch bzw. ist auch jetzt immer noch teilweise auf den Rollstuhl angewiesen, aber da sage ich nur Wohnung oder Haus umbauen. Schlafzimmer nach unten verlegen, dann ist die Treppe egal, und Möbel so stellen, dass immer etwas in der Nähe ist, um sich festzuhalten. Außerdem, was lässt man mit 16 / 17 außerhalb seines Zimmer groß liegen? Abgesehen von Schuhen und Jacken hat mein Sohn schon mit 13 alles nur noch in seinem Zimmer abgelegt.  Aber wie gesagt, da kann auch einiges einfach nur schlecht vermittelt worden sein, denn pack mal ein Leben auf die wenigen Seiten.

Ja, ich finde es unsagbar traurig. Auch die Brutalität am Ende, oder das die Freundin immer auf Unschuldslamm gespielt hat. Trotzdem, würde ich ganz ehrlich sagen, wenn mich einer fragt, ob sie etwas hätten anders machen können, antworten - Ja, den Jungen nicht so ausschließen, wie es im Buch rüber kam. 

FAZIT Ehrlich, das Buch ist traurig, bewegend und gut geschrieben. Sicherlich wollte Darren damit seine Wunden heilen und der Welt zeigen, wie Becky war. Trotzdem gibt es viele Punkte, wo ich sage, da lief einiges schief. 

COVERGESTALTUNG💜💜💜💜💜
ORIGINALITÄT DES INHALTS       Trifft jetzt nicht zu
SCHREIBSTIL💜💜💜💜💜
UMSETZUNG DER FIGUREN💜💜💜💜💜
SPANNUNG UND TEMPO💜💜💜💜
HUMORNicht relevant
ROMANTIKNicht relevant 
GESAMT💙💙💙💙