Tipps und Tricks - Hexenschuss - Was tun?

Wenn nichts mehr geht ...

Eine einzige unvorsichtige Bewegung reicht meist schon aus - danach geht nichts mehr. Der Hexenschuss hat einen erwischt. Die Gründe hierfür können sehr vielfältig sein: Blockierung eines Wirbels, ein Bandscheibenvorfall, verspannte Muskeln oder auch Verschleiß. Woran es liegt ist nicht unwichtig, aber im ersten Moment vollkommen egal, denn es tut einfach nur höllisch weh. Doch was hilft, was sollte man vermeiden? Hier habe ich einige Hilfestellungen für euch gesammelt.

Warum wähle ich ein eher untypisches Thema für meinen Blog? Mich hat die Hexe letzte Woche erwischt. Ich war beim Sport im Profi-Bereich, wo nicht immer nur umgesteckt wird. Statt leichte Gewichte zu nutzen, siegte bei mir die Faulheit. Es ist aber ein Unterschied ein 20kg Kind zu heben, einen Sack Reis oder eine Scheibe, die auf ein Gerät muss. Blöde gedreht und zack hat mich die Hexe besucht. Dann geht wirklich nichts mehr. Sitzen, gehen, laufen, liegen - alles tut mehr oder weniger weh.

WANN ZUM ARZT
Die Frage stellt man sich glaube ich als erstes. Sollte ich sofort zum Arzt, lieber Warten? Bei meinem ersten Hexenschuss mit 19 bin ich noch am selben Abend zum Arzt. In der Regel verschwindet ein Hexenschuss jedoch nach einigen Tagen von selbst. Deswegen besagt eine Faustregel, die mir meine Ärztin mitgeteilt hatte. Wenn es nach 3 Tagen nicht besser wird, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

BANDSCHEIBE, VERSCHLEIß, MUSKELN?
Sobald Sympthome wie Lähmungserscheinungen, Probleme beim Wasserlassen oder ähnliches entstehen, sollte man sofort den Arzt aufsuchen, denn dann ist wahrscheinlich die Bandscheibe involviert. Meine Ärztin hat mir einige Tricks gezeigt, die man selbst ausprobieren kann, um die Bandscheibe zumindest erstmal auszuschließen.

1. Stellt euch gerade hin, beugt euch nach vorne und versucht die Zehenspitzen zu berühren. Ein Abstand von bis zu 15cm ist normal. Geht es nur bis zu den Knien seid ihr entweder arg verspannt, es ist die Bandscheibe oder eine Entzündung.

2. Fahrt euch mit einem Kuchenroller über beide Beine. Innen, außen - fühlt es sich gleich an, wird es wohl nicht die Bandscheibe sein.

3. Stellt euch auf Hacke und Zehenspitzen. Wenn etwas nicht funktioniert, deutet das auf die Bandscheibe hin.

Klappt alles, tippt sie im ersten Moment auf die Muskeln.

HAUSMITTEL BEI EINEM HEXENSCHUSS
Natürlich sind Schmerzmittel nicht verkehrt, denn so vermeidet ihr eine Schonhaltung, die mit Pech alles schlimmer macht. Doch was hilft zusätzlich? Hier einige Tipps und Tricks, die ihr ausprobieren könnt. Wichtig ist, das jeder Körper anders ist. Probiert aus, was euch gut tut und was vielleicht nicht.

1. Die Stufenlage wird von allen empfohlen. Das heißt, ihr legt euch auf den Rücken und winkelt die Beine in einem rechten Winkel an. Das geht entweder mit mehreren Kissen, einem Karton oder auch dem Sofa. Wer nichts hat, legt sich einfach auf die Seite und zieht da die Beine im rechten Winkel an. Hier wird der Rücken sehr entspannt. Ich lege mich mit einem Buch und einer mehrfach gelegten Decke bei uns auf den Boden und die Beine aufs Sofa. Dazu ein Kissen in den Nacken und ein gutes Buch. So lässt es sich lange aushalten.


2. Wärme jeglicher Art hilft den meisten Rücken sehr, denn es erweitert die Blutgefäße, was wiederum Verkrampfungen löst. Hierfür gibt es Wärmekissen, Wärmepflaster und vieles mehr. Ich selbst setze auf verschiedene Wärmequellen. Zum Beispiel schalte ich mir im Auto die Sitzheizung auf volle Stufe, wenn ich dann aussteige. Ein heißes Wannenbad ist genauso hilfreich. Ich gebe zum Beispiel von Kneipp einen Badezusatz hin, der gegen Muskelverpannungen helfen soll, oder einen Rheuma-Zusatz von Tetesept. Wer keine Badewanne hat, kann auch mit einem heißen Wasserstrahl von der Dusche die betroffene Stelle massieren lassen.


3. Auch sonst sollte die Stelle warm gehalten werden. Wickelt euch eine Decke oder einen Schal um. Legt zum Beispiel eine Wärmflasche auf die Stelle oder nutzt eins dieser Mittel zb von Kneipp, die Hitze entwickeln und dadurch die Gefäße weiten. 


4. Manchmal tut Wärme jedoch überhaupt nicht gut. Dann solltet ihr davon unbedingt die Finger lassen. Probiert es in diesem Fall mit Kälte. Legt euch zum Beispiel ein Kühlpad oder eine Packung Erbsen auf die betroffene Stelle. Auch Kälte kann man einreiben zum Beispiel mit Franzbrandwein

5. Wichtig ist auch Bewegung. Es tut weh, aber schon nach einiger Zeit merkt ihr Besserung. Nein, bitte macht keinen richtigen Sport, denn das kann die Lage nur verschlimmern. Die Rede ist von ausgedehnten Spaziergängen im moderaten Tempo. Außerdem, aber das solltet ihr auch nur machen, wenn es die Schmerzen schon zulassen. Stellt euch hin oder legt euch auf den Rücken mit angewinkelten Beinen. Lasst nun vorsichtig das Becken kreisen. Erst nach rechts, dann nach links. Am Anfang nur grobe Bewegungen, wenn es geht, die komplette Bewegung langsam und deutlich ausführen. 10-30 Mal. 

6. Sobald es euch besser geht, solltet ihr unbedingt euren Rücken trainieren. Hier einige Übungen als Beispiel.

- Legt euch auf den Bauch. Die Arme neben euren Körper. Handflächen auf den Boden. Nun hebt die Brust ab, spannt dabei den Popo an, Fußspitzen aufgestellt und drückt die Schulterblätter zusammen. Wer kann, darf den Kopf leicht anheben, in Verlängerung des Rückens. 
- Geht in den Unterarmstütz und hebt langsam die Beine vom Boden ab. Am Anfang geht das vielleicht nur kurz und körpernah, später könnt ihr die Beine immer weiter nach hinten schieben, bis ihr in einer richtigen Plank seid. Wichtig, immer schön den Popo anspannen, denn das hilft dem unteren Rücken ungemein.
- Wenn ihr eine Treppe habt. Sucht euch eine Stufe aus, die über eurem Kopf ist. Haltet euch daran fest und senkt den Popo nach hinten ab. Dadurch dehnt ihr den kompletten Rücken.

7. Wichtig ist auch - bitte hebt in der Zeit nichts schweres und versucht zumindest im dem Punkt den Rücken zu schonen. Meine Erfahrung ist, dass wenn man bei einem Hexenschuss weiterhin schwer trägt, in meinem Fall der Nachwuchs, dann wird es eher schlechter als besser. 

Ich hoffe, dass euch die Tipps etwas helfen konnten und es euch bald wieder besser geht.