Eine Höhle in den Wolken - Dem IS entkommen

Jeder hat Träume  ...

Schon als Kind habe ich gerne Tatsachen-Bücher gelesen. Früher waren es Geschichten über Frauen oder Mädchen aus Afrika oder der Türkei. Heute geht es um den IS.



WICHTIGE FAKTEN
Alter - 14
Schauplatz - Syrien
Zeit - 2004 bis Gegenwart 
Tags -  Syrien, Krieg, Sklave 

DARUM GEHT ES
Badeeah ist ein junges Mädchen wie die meisten. Sie geht zur Schule, ist verliebt und kümmert sich um ihre Geschwister. Der einzige Unterschied ist, dass sie in einem Dorf lebt und einer Religion angehört, die dem IS nicht gefällt. Statt zu fliehen, bleibt ihre Familie und glaubt dem IS seine Lügen. So lange, bis es zu spät ist und Badeeah zusammen mit ihrem Neffen, den sie als ihren Sohn ausgibt, abtransportiert wird. Bis nach Rakka und Aleppo zu ihrem zukünftigen Mann. Gehalten als Frau und Sklavin kämpft sie ums überleben bis ihr die Flucht gelingt. 

SO HATS MIR GEFALLEN
Biographien fallen mir immer so schwer zu bewerten, denn es sind keine fiktiven Figuren, sondern echte Menschen, denen alles so passiert ist. Im Grunde urteile ich über ihr Leben. 

Das Cover ist schlicht, passend und zeigt ein halbes Gesicht. Es ist das Bild, das sich beim Lesen einprägt. 

Vorab gibt es ein paar Informationen und einen kleinen Geschmack auf das, was später kommt. Die Informationen sind gut und wichtig, der Vorgeschmack unwichtig, denn er kommt später 1 zu 1 und das finde ich nicht gut. Das ist aber nur eine Kleinigkeit von vielen. 

Fangen wir mit den Figuren oder besser gesagt den Menschen an. Es werden so viele Namen genannt und Verwandachaftsverhältnisse, dass ich ehrlich gesagt den Überblick verloren habe. Einige konnte ich mir merken, andere habe ich trotzdem zuordnen können, andere tauchten später mit einem: Wer war denn das?, wieder auf. Das liegt an den fremden Namen, aber auch am Stil. 

Dieser ist detailliert, aber man möge mir verzeihen oberflächlich. Ich tauche nicht in die Tiefe und erlebe zum Beispiel Feiern oder den Abtransport. Ich bekomme die Infos gesagt, aber erlebe sie nicht und das fehlt mir hier. Zum Beispiel geht es um den ersten Schultag, aber wie alt war sie da überhaupt. Wie alt ist sie jetzt? 13, 15, 16? Erst später erfahre ich ein Alter und kann es mir denken. Vorher habe ich mich echt gefragt, habe ich da was überlesen? Hätte da was logisch sein müssen. Auch später, manche Szenen sind detailliert wie der Gang aufs Klo und dann wir oder oberflächlich über die Zeit im Gefängnis gesprochen. Kein Essen wird erwähnt, außer Schokolade für die Kinder und Essen allgemein. Keine Tage, wie sie genau abliefen, sondern nur ein paar Kleinigkeiten. Sie ist dort wochenlang und ich habe ein Bild vom Gebäude, aber nicht dem erlebten. Aber genau das möchte man doch. Emotionen spüren. 

Diese außen vor sein und Gefühle nicht erleben war mein Hauptproblem. Ich habe einige Bücher über IS Sklaven gelesen. Meist regte mich die Naivität auf, aber noch nie die Tatsache, dass der Stil mich nicht eintauchen ließ. 

KURZ GESAGT 
Es ist ein trauriges Schicksal, aber für mich zu oberflächlich umgesetzt. Es mangelt an greifbaren Emotionen. 

BEWERTUNG 
 COVER  💖💖💖💖
 GRUNDIDEE  💖💖💖💖
 FIGUREN 💖💖💖
 DETAILS 💖💖💖💖
 TEMPO 💖💖💖
 EMOTIONEN 💖💖
 STIL  💖💖💖💖
 SPANNUNG 💖💖💖
 GESAMT 💖💖💖

*Privatkauf

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