Rezension - Radio Silent

Sibyl ...

Es war ein ganz normaler Tag, an dem meine beste Freundin vor 10 Jahren entführt und ich gefesselt im Wald zurückgelassen wurde. Kein Tag vergeht, an dem ich nicht an sie denke und mir die Schuld dafür gebe. Das ist der Grund, warum ich mich für die eine Millionen jährlich vermissten Personen in den den USA interessiere. Mit meiner Radiosendung suche ich einzelne Fälle und das Recht erfolgreich. Doch dann verschwindet ein Mädchen aus der Nachbarschaft. Gibt es da einen Zusammenhang zu damals?



EIN PAAR FAKTEN
Autor/in - Tom Ryan
Verlag - magellan 
Seiten - 365
Preis - 18€
Schauplatz - USA 
Zeit - Gegenwart 
Genre -  Thriller 

FÜR EUCH ABGECHECKT
Jeder kennt die Sprüche: Geh mit niemanden mit, den du nicht kennst! Lass dich nicht von fremden Menschen ansprechen! Und dennoch verschwinden regelmäßig kleine Kinder, Jugendliche und auch erwachsene Menschen. Genau damit befasst sich dieses Buch. 

Dee, die Hauptfigur, war Zeugin der Entführung ihrer besten Freundin. Gefunden wurde diese jedoch nie. Genau daran knabbert Dee noch heute. Einer der Gründe, warum sie versucht anderen mit ihrem Podcast zu helfen - erfolgreich. Sie findet nicht alle verschwundenen Menschen, aber einige Schicksale können tatsächlich gelöst werden. An das ihrer besten Freundin traut sie sich nicht. Wahrscheinlich aus Angst vor der Wahrheit oder dem erneuten Versagen. Doch dann wird erneut jemand aus ihrer Stadt entführt, und jemand behauptet, dass ihre beste Freundin noch lebt. Also eine sehr spannende Grundidee, wie ich finde. 

Burke, Dee und auch die anderen Figuren sind authentisch und sympathisch. Teils verkorkst, aber auf natürliche Weise. Die Figuren sind jedenfalls nicht blass, dafür aber aus dem Leben, ehrlich und voller Emotionen. 

Erzählt wird die Geschichte sozusagen in drei Perspektiven. Dee heute, Dee erinnert sich an damals und der Podcast. Ich persönlich hätte die Entführung am Anfang als Prolog besser gefunden, dann wäre vieles für mich klarer gewesen. Denn gerade am Anfang dümpelt es vor sich hin und ich hatte immer die Frage im Kopf: Was genau passierte denn jetzt damals? Einfach um das Trauma von Dee besser verstehen zu können. 

Die ersten 2/3 des Buches fand ich ehrlich gesagt zäh. Das andere Mädchen wird entführt, Dee knutscht mit ihrer Nachbarin rum, ein paar Fakten zu ihrem Podcast, eine nervige Reporterin, die herausfinden will, wer hinter dem anonymen Podcast steckt. Dazu einige aufgeklärte Fälle, wie ein Junge, der zur Hütte seines Opas ist. Es zeigt, dass hinter jeder verschwundenen Person ein anderes Schicksal steckt. Wichtig und wert es aufzudecken. Die Liebesgeschichte wirkte eher etwas deplatziert. Fast so, als hätte man gesagt: Los, wir brauchen noch etwas Diversität in der Geschichte. Ich fand es hier aber austauschbar. Ebenso hätte sie mit Burke oder einer anderen Person den Hinweis nachgehen können. Funken habe ich eh keine gemerkt und irgendwie passte es einfach nicht zum Buch. Ich liebe Liebesromane, aber manche Bücher brauchen so etwas nicht. Dieses ist eins davon. Egal. 

Jedenfalls war ich die erste Zeit echt gelangweilt. Abbrechen? Keine Option, denn ich wollte wissen, was es mit der neuen Nachbarin, der Entführung aus der Stadt und ihrer besten Freundin zu tun hat. Ich gebe zu, dass ich bis zum Schluss blätterte und als ich las, das Sibby vorkommt, da habe ich mich durchgekämpft. Das letzte Drittel wie wie gesagt dann auch spannend. Die Entführung ist logisch, wird spannend aufgelöst und man fiebert mit. Okay, warum Sibby, die Bestimmerin, und nicht die unterwürfigere Dee oder ein noch kleineres Kind. Das habe ich nie verstanden. Die Kinder waren schließlich 7 Jahre alt. Das ist ein Alter, in dem sich Kinder erinnern. Der Teil, wurde dann auch ausgelassen. Warum sie nie fortgelaufen ist, wie sie manipuliert wurde und Ähnliches? Sprich, warum Sibby sich nicht mehr richtig erinnert, sondern sich nur nach ihrer Herkunft gefragt hat, ist der einzige Punkt, der auf ihre Vergangenheit anspielt. Mir war das zu wenig. Dennoch aber spannend. Keine Frage. 

LESEEMPFEHLUNG?
Das Buch ist bewegend und zumindest zum Schluss sehr spannend. Leicht zu lesen und dennoch harte Kost, wenn man wirklich bedenkt, wie viele Leite täglich verschwinden. Die Ängste der Eltern und wie wenig am Ende aufgelöst wird. Gleichzeitig fand ich es stellenweise zu oberflächlich und zu breit ausgelegt. Ganz zufrieden und happy bin ich mit dem Buch, das ich dennoch an einem Nachmittag verschlungen habe, nicht. Gerade Sibby und ihre Version, ihre Geschichte fehlten mir zum Schluss. Da gibt es nur die Aufklärung zum Podcast-Fall und dem aktuellen Fall. Dafür eine überflüssige Liebesgeschichte. Die Zeichen hätte man in meinen Augen für einen Einwurf aus Sibbys Sicht nutzen können. 

BEWERTUNG 
 COVER  💜💜💜💜💜
 GRUNDIDEE  💜💜💜💜💜
 FIGUREN 💜💜💜💜💜
 TEMPO 💜💜💜
 EMOTIONEN 💜💜💜💜
 SCHREIBSTIL 💜💜💜💜💜
 SPANNUNG  💜💜
 FESSELT BIS ZUM SCHLUSS 💜💜💜
 GESAMT 💙💙💙


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