Rezension - Mein letzter Livestream - und alle schauen zu

Mobbing ...

Ich will ehrlich sein, ich möchte in der heutigen Zeit nicht mehr zur Schule gehen. Dabei wurde ich in meiner Jugend selbst gemobbt, weil ich eine Brille trug, rote Haare hatte, einen krummen Rücken, altmodische Kleidung. Heute würde sich dies jedoch in ganz andere Dimensionen abspielen. Ähnlich, wie bei Butter. 



EIN PAAR FAKTEN
Autor/in: Erin Jade Lange
Verlag: Arena
Jahr: 2022
Serie: /
Seiten: 333
Preis: 15€
Genre:Jugendbuch, Mobbing

WORUM GEHT ES IN DEM BUCH
Butter wiegt 423 Pfund. Er hat Diabetes, einen behinderten Ausweis für sein Auto und keine wirklichen Freunde. Sieht man einmal von Tucker ab, den er jedes Jahr im Camp für dicke Kinder trifft. Und dann ist da noch Anna, in die Butter schon ewig verliebt ist, und die nicht ahnt, wer ihr online Freund ist. Doch dann ergreift Butter öffentlich in der Schule das Wort und redet mit Anna. Peinlicher kann es nicht werden. Deswegen beschließt er sich vor aller Welt umzubringen. Und plötzlich geht es viral. Ein Rückzieher erscheint unmöglich. 

FÜR EUCH ABGECHECKT
Wir hatten auch so einen dicken Jungen in der Klasse. Und obwohl ich selbst gemobbt wurde, habe ich teils mitgemacht, denn seine Stufe war deutlich tiefer als meine. Befreundet sind wir dennoch bis heute. Wäre das heute auch noch möglich? Ich sage nein, denn das Internet ist grausamer. Wie grausam, zeigt das Buch. 

Butter ist eine Figur, die wahrscheinlich jeder von uns kennt. Er ist der dicke, der einfach nicht abnimmt. Doch warum? Hier wird einmal die andere Seite der Spirale gezeigt. Die Eltern, die es gut meinen, aber nicht gut genug. Die Ängste, die wiederum zum Essen führen und vieles mehr. Obwohl Butter weiß, wie es um ihn steht. Seine Gesundheit, seine Kondition, kann er nicht aus seiner Haut heraus. 

Auf der anderen Seite fängt die Autorin auch die bösen Kids gut ein. Wie Spitznamen entstehen, wie man plötzlich beliebt wird, obwohl man gar nicht beliebt ist, es sich aber so anfühlt. 

Es ist traurig und bewegend mitzuverfolgen, wie er im Grunde positive Kommentare liest und in Wahrheit alle sich über ihn lustig machen. Man kommt nicht umhin Mitleid zu empfinden. Genau das, was Butter am wenigsten braucht. 

Erst auf den letzten Seiten kommt dann wirklich der Tag, an dem Butter sich zu Tode fressen will. Der Teil ist zum Glück kurz und regt nicht zum nachmachen an. Spoiler im positiven Sinne - er wird gerettet. Und das ist gut. Denn so kann er sich mit der Situation auseinandersetzen und für sich die richtigen Schlüsse ziehen. 

Mögen alle Butters rechtzeitig aufwachen.

LESEEMEPFEHLUNG?
Zu 100%, denn das Buch rüttelt auf und kann hoffentlich Leben retten. 


BEWERTUNG 
 COVER  💜💜💜💜💜
 GRUNDIDEE  💜💜💜💜💜
 FIGUREN 💜💜💜💜💜
 TEMPO 💜💜💜💜💜
 EMOTIONEN 💜💜💜💜💜
 SCHREIBSTIL 💜💜💜💜💜
 SPANNUNG  💜💜💜💜💜
 FESSELT BIS ZUM SCHLUSS 💜💜💜💜💜
 GESAMT 💙💙💙💙💙


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