Buchkritik - Der Ausflug - Wenn ein Schluss alles ruiniert
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Habt ihr schon von dem schwedischen Bestseller gehört? Um dieses giftgrĂŒne Buch kommt man im Moment nicht vorbei. Und was soll ich sagen, der Schluss ruiniert alles - trifft es auf den Punkt.
FAKTEN ZUM BUCH
Autor/in: Ulf Kvensler
Titel: Der Ausflug
Originaltitel: Sarek
Verlag: Penguin
Erschienen: 2024
ISBN: 978-3328110811
Seiten: 464
Einband: Paperback
Serie: -
Preis: 17,00€
Genre: Thriller
FAKTEN ZUM INHALT
Schauplatz: Schweden
Zeit: Gegenwart und 2009
Wichtige Personen: Jacob, Anna, Henrik, Melina
Perspektive: verschiedene
AUTORENPORTRAIT
Der Autor wurde 1968 geboren und hat eine lange Reihe von EintrÀgen als Regisseur und Drehbuchautor. In letzter Zeit hat er auch auf Horror und Thriller spezialisiert
INHALTSANGABE
Anna kehrt als einzige von der Wanderung zurĂŒck. Sie hat BrĂŒche, Prellungen und andere Verletzungen. Was ist geschehen?Jedes Jahr im Sommer fahren Anna, ihr Verlobter Henrik und eine gemeinsame Freundin Melina in den Urlaub. Jedes Jahr wandern sie eine andere Route. Dieses Mal ist jedoch Melinas Freund Jacob mit dabei. Von Anfang an ĂŒbernimmt er die FĂŒhrung und scheint etwas zu verbergen. Es dauert nicht lange, bis alles nur noch gefĂ€hrlich ist, und sich die Gruppe sich fragen muss, welches Spiel Jacob spielt.
MEINE MEINUNG
Es ist wirklich selten, aber es kommt tatsÀchlich vor. In diesem Fall hat der Autor schlicht und ergreifend mit seinem Schluss alles versaut. Aber der Reihe nach.
Das Buch wird in verschiedenen Zeiten und Perspektiven geschrieben. Jede hat eine andere Schrift und ist klar erkennbar. Einmal erfahre ich kleinere Details aus der Vergangenheit. Zum Beispiel ein Kennenlernen oder eine Familiengeschichte. Dann lese ich das Verhör. Und erfahre nebenbei die Geschichte aus Annas Sicht.
Anna kehrt als einzige Ăberlebende ins Krankenhaus zurĂŒck und es stellt sich die Frage, was ist mit den anderen drei Begleitern passiert. Nach und nach wird die Geschichte erzĂ€hlt. Perfekt fand ich es nicht, aber ich fand es am Anfang noch sehr spannend und schwankte hier zwischen 4-5 Sternen. Was mich störte waren somit Kleinigkeiten. Es ist sehr detailliert und ich habe tatsĂ€chlich noch nie von der Region gehört und musste erstmal Google fragen. Eine Karte hĂ€tte ich gut gefunden - gerade, wenn man SonderausfĂŒhrungen die Routen beschreibt. Dazu kommt die Tatsache, dass ich die Beziehung der drei etwas verwirrend fand. Zwar wird zum Schluss einiges geklĂ€rt, aber ich fand dennoch nicht befriedigend. Ich meine, die drei sind befreundet, verreisen jĂ€hrlich, aber sie wird nicht mal zum Essen eingeladen. GlĂŒcklich wirkte das Paar auch nicht. War eben komisch. Zumindest der Paarteil wird leicht aufgeklĂ€rt.
Im Verlauf geht es in die Richtung, dass Jacob eben auffÀllt und das in vielen Punkten. Und ich als Leser rate mit, was mit ihm nicht stimmt und ob Anna und er sich wirklich kennen oder nicht. Zwischendrin wird es immer wieder gefÀhrlich und da zeigen sich schon andere Blickwinkel auf, sodass der Leser sich fragt, ob nicht womöglich mit einer anderen Figur etwas nicht ganz stimmt.
Und genau das hÀtte alles so gut sein können. Ja, die Karte fehlte. Ja, es ist von den Figuren am Anfang nicht ideal und ich fand keine sonderlich sympathisch. Ja, es war sogar teils langatmig, aber es gab diese Grundspannung, die mich durchweg hat lesen lassen.
Tja, und dann passiert es. Alles geht so schnell und plötzlich bin ich im Krankenhaus angekommen. Hier versucht der Autor eine Wendung einzubauen - den Leser in Atem zu halten. Hier Spoiler ich minimal. Es hat nĂ€mlich noch jemand ĂŒberlebt. Wer verrate ich nicht, aber sie wirft ein weiteres Licht auf diesen Ausflug. Plötzlich sind manche Details nicht mehr eindeutig, Aber so formuliert, dass auch Annas Geschichte gut sein kann. Er spielt gekonnt mit den Lesern. Doch dann endet das Buch. Es bleibt völlig offen. Erst dachte ich, gibt es einen zweiten Band? Hab ich was nicht verstanden? Fehlen da einfach 20 oder 30 Seiten? Oder ist es wirklich so gewollt, und der Leser soll sich denken, was passiert ist. Rache oder Trauma. Fakt ist, dass einiges einfach nur minimal aufgelöst wird, aber weitere Fragen aufwirft. Dazu fĂŒhlte es sich eben an, als wĂ€re das Buch mitten in der Auflösung abgebrochen worden. Es ist echt selten, aber der Schluss hat es wirklich ruiniert. Am Ende schwankte ich zwischen 1 Stern, weil ich das Ende echt mies fand, und 4 Sternen, weil es bis auf den Schluss gut war. Ich hatte das GefĂŒhl, dass der Autor selbst nicht wusste, welche Lösung die beste ist und es daher offen gelassen hat, sofern nicht wirklich Seiten fehlen.
FAZIT
Am Ende zeigt sich, dass ein Buch nicht perfekt sein muss. Aber was perfekt sein muss, ist der Schluss. Das Buch ist ein spannender Thriller, der viele Richtungen einschlĂ€gt. Es ist so viel möglich. Das ist gut. Trotz langer Beschreibungen, fĂŒr meinen Geschmack fehlender Karte und unsympathischer Figuren. Anne zu stark, Melina zu unterwĂŒrfig, Hendrik unsicher, Jacob zu dominant. Aber es las sich gut und war durchweg spannend von der Basis her. Der Schluss ist jedoch so, als wĂŒrden 20-30 Seiten fehlen. Mittendrin, ohne wirklich befriedende Lösung und teils noch nicht 100%ig geklĂ€rt. Fand ich ĂŒberhaupt nicht gut.
LESEEMPFEHLUNG FĂR - Fans von Outdoor und Ăberlebensthrillern.
BEWERTUNG
| COVER | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| GRUNDIDEE | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| FIGUREN | ⭐⭐⭐ |
| TEMPO | ⭐⭐⭐ |
| EMOTIONEN | ⭐⭐⭐⭐ |
| SCHREIBSTIL | ⭐⭐⭐⭐ |
| SPANNUNG | ⭐⭐⭐⭐ |
| LESESPASS | ⭐⭐⭐⭐️ |
| GESAMT | đ©·đ©·đ©· |
