Der Apfelbaum - Christian Berkel

 Rezension - Der Apfelbaum 

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Ein Stück Geschichte 
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Genre: Tatsache



Fakten zum Buch 

Verlag: Ullstein 
Erschienen: 2019
ISBN: 9783548060866
Seiten:416
Einband: TB
Serie: -
Preis: 11,00€


Fakten zum Inhalt 

Schauplatz: Berlin 
Zeit: ab 1920
Wichtige Personen:
  • Otto: Arzt, Vater im krieg gefallen 
  • Sala: Tochter eines Schwulen und einer Jüdin

Worum geht es in dem Buch 

Als seine Mutter an Demenz erkrankt, will der Autor ihre bewegende Geschichte festhalten. Sala ist 13 als sie den 17 jährigen Otto kennenlernt. Erst begegnen sie sich bei einem Einbruch, später lädt ihn ihr Schwuler Vater als Spielgefährten ein. Doch Otto weiß genau, was er will: Sala. Für sie reißt er sich am Riemen, studiert, wird Arzt. Das Problem ist, dass Sala Halbjüdin ist. Während Otto  als Arzt im Lazarett helfen muss, muss sie aus Deutschland fliehen. Ihre Reise führt sie nach Paris, wo es Juden nicht viel leichter haben. Letztlich wird sie verraten und was das bedeutet, weiß jeder. 

Meine Leseeindrücke  


Der Apfelbaum - ist mein zweites Buch von Christian Berkel. Leider hat es der Autor auch hier nicht geschafft. Dabei ist das Buch genau meins. Zweiter Weltkrieg, biographisch. 

Das Buch beginnt mit dem Kennenlernen der Mutter, die mehr oder weniger starke Anzeichen von Verwirrung und Demenz aufweist. Kurz wird auf den Wunsch eingegangen, die Familiengeschichte festzuhalten, und plötzlich bin ich mittendrin. Ohne wirklichen Übergang oder Einführung bin ich in der Geschichte. Schön und leicht ist was anderes. Ich fühlte mich eher erschlagen. Erst ist der Vater von Otto Tod, sie lernt ihren dritten Mann kennen und plötzlich bin ich bei dem ersten Mann. Ich erwähne dieses Beispiel so explizit, denn das Buch ist sehr wirr und sprunghaft. 

Anfangs begleite ich eigentlich Otto, der es nicht leicht hat und trotzdem seinen Weg geht. Mit dem Auftauchen von Sala, ist es jedoch ihre Perspektive, die ich begleite. Später gibt es weitere Sprünge und manchmal ist es sehr schwer denen zu folgen. Zumal auch keine Abgrenzung zur Gegenwart ist, wo der Autor auch noch ein paar Dinge einwirft. 

Die Geschichte, die eigentlich wertvoll für die Nachwelt ist, wird in meinen Augen nicht gut erzählt. Es sind nicht nur die Sprünge. Gefühle bleiben gänzlich auf der Strecke und werden stattdessen künstlichen Dialogen und poetischen und philosophischen Ansätzen erstickt. Dabei bietet die Geschichte so viel. Die jüdische Mutter, der schwule Vater. Ottos Kampf gegen den Stiefvater. 

Manche Szenen sind so verschachtelt und wirr, dass ich wirklich Schwierigkeiten hatte ihnen zu folgen und sie mehrfach lesen musste. 

Wäre es kein Stück Geschichte, ich hätte es abgebrochen. Nicht jeder sollte Bücher schreiben. 

Fazit

Butter bei die Fische. Eine wertvolle Geschichte trifft auf einen wirren und sprunghaften Stil, der ein Folgen erschwert. Spaß ist etwas anderes. Dabei bietet die Geschichte so viel Potenzial, das der Autor einfach nicht im Ansatz mit Emotionen fühlen kann  


Leseempfehlung für Leser von ..

  • Biographien
  • Zweiten Weltkrieg 

Bewertung

Cover🩷🩷🩷🩷
Grundidee🩷🩷🩷🩷🩷
Stil & Sprache🩷🩷
Figuren🩷🩷
Tempo🩷
Spannung🩷🩷🩷
Schluss🩷🩷🩷
Lesespaß🩷
Spice-Faktor-
Gesamtwertung⭐️

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